Gemeinde Dalhem
Gemeinde Dalhem
Die Gemeinde Dalhem ist eine ländliche Gemeinde in der Wallonischen Region, gelegen in der Provinz Lüttich, zwischen Lüttich (Belgien) und Maastricht (Niederlande). Sie umfasst eine Fläche von 3.605 Hektar und besteht aus acht Dörfern: Berneau, Bombaye, Dalhem, Feneur, Mortroux, Neufchâteau, Saint-André und Warsage. Mit rund 7.700 Einwohnern zeichnet sich die Gemeinde durch eine starke lokale Identität und einen überwiegend ländlichen Charakter aus.
Dalhem ist ein grünes und hügeliges Gebiet, typisch für das Herver Land. Die Landschaft besteht aus Bocage-Strukturen wie Wiesen, Obstgärten, Gehölzen und landwirtschaftlichen Flächen. Zudem prägen mehrere Wasserläufe das Gebiet, darunter die Berwinne, der Ri d’Asse und die Bolland, die sich durch die Landschaft schlängeln.
Diese Landschaften bilden natürliche Korridore mit hoher Biodiversität und schaffen eine ruhige, ländliche Umgebung. Sie wird sowohl von Bewohnern als auch von Besuchern geschätzt, die Ruhe, Authentizität und eine grüne Umgebung suchen. Die Gemeinde bietet damit eine hohe Lebensqualität und gute Möglichkeiten für Wandern, Radfahren, Reiten und Freizeitaktivitäten in der Natur.

Klimatische Herausforderungen und lokale Auswirkungen
Die Gemeinde ist sich der Herausforderungen durch den Klimawandel bewusst, insbesondere durch zunehmende Starkregenereignisse, Trockenperioden und extreme Wetterlagen. Die Überschwemmungen der Jahre 2018, 2021 und 2024 haben erhebliche Schäden verursacht und wurden von der wallonischen Regierung als Naturkatastrophen anerkannt.
Ein aktiver kommunaler Ansatz
Um diesen Risiken besser zu begegnen, hat Dalhem verschiedene Maßnahmen in seine nachhaltige Gemeindepolitik integriert. Diese Maßnahmen verbinden den Schutz der Bevölkerung, ein nachhaltiges Wassermanagement und den Erhalt der Landschaft:
- Umsetzung eines „Plan Pluies“ mit Regenrückhaltebecken, Grünstreifen, Filterdämmen, Heckenpflanzungen und Faschinen zur Verlangsamung des Wasserabflusses
- Hydrologische Studien und Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden, Gewässerbewirtschaftern, der Provinz und der Region im Rahmen der Hochwasserrisikomanagementpläne (PGRI)
- Beteiligung an europäischen Projekten wie Sponge
Das Interreg Sponge-Projekt
Die Gemeinde Dalhem ist ein aktiver Partner im Interreg Maas-Rhein Projekt Sponge. In diesem grenzüberschreitenden Programm arbeiten Partner aus den Niederlanden, Belgien und Deutschland gemeinsam an Maßnahmen gegen Dürre und Überschwemmungen. Ziel ist es, die natürliche Schwammfunktion der Landschaft wiederherzustellen.
Zusammenarbeit auf Einzugsgebietsebene
Die extremen Wetterereignisse der letzten Jahre zeigen, dass Lösungen nur dann wirksam sind, wenn sie auf Ebene des gesamten Einzugsgebiets umgesetzt werden. Durch die Stärkung natürlicher Ökosysteme trägt Sponge dazu bei, Dörfer zu schützen und gleichzeitig die Biodiversität zu fördern.
Programm und Maßnahmen
Das Sponge-Programm läuft über drei Jahre und verfügt über ein Budget von 6,5 Millionen Euro, das zu 50 % von der Europäischen Union finanziert wird.
Zu den geplanten Maßnahmen gehören:
- Demonstrationen naturbasierter Lösungen vor Ort
- Gemeinsame Aktionspläne mit Bürgern und lokalen Organisationen
- Anlage natürlicher Rückhaltebecken
- Ein Gutscheinsystem für Landwirte, Grundstückseigentümer und Unternehmen
- Thematische Spaziergänge zur Sensibilisierung von Bevölkerung und Entscheidungsträgern
Finanzielle Unterstützung für Dalhem
Dank der Vorbereitungsarbeiten der letzten Monate konnte die Gemeinde Dalhem Fördermittel in Höhe von über 1 Million Euro (Europäische Union und Wallonische Region) sichern. Diese Mittel ermöglichen die Umsetzung konkreter Maßnahmen zur Hochwasserprävention im Gemeindegebiet. Gleichzeitig erfordert dies eine komplexe organisatorische und administrative Umsetzung.
Konkrete Projekte vor Ort
Im Rahmen von Sponge setzt Dalhem mehrere Projekte um:
- Bau eines Rückhaltebeckens an der Berwinne
- Anpassung und Verbesserung von Engstellen am Ri d’Asse
- Bau eines Damms am rechten Ufer der Berwinne bei Berneau zum Schutz von Wohngebieten
Darüber hinaus erhält die Gemeinde zusätzliche Fördermittel des Wallonischen Öffentlichen Dienstes (SPW) im Rahmen der Hochwasserrisikomanagementpläne (PGRI), unter anderem für den Bau von zwei weiteren Rückhaltebecken am Ri d’Asse.
Weitere Informationen und Kontakt
Kontakt:
Virginie Kevers
Leiterin Dienst Lebensumfeld
[email protected]
Tel: +32 4 374 74 22