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Natürliche Wälder entwickeln

Natürliche Wälder entwickeln

Ein natürlicher Wald speichert sowohl ober- als auch unterirdisch viel Wasser. Außerdem bietet er Widerstand gegen abfließendes Wasser. Er kann auf ehemaligen Ackerflächen und ehemaligen (Produktions-)Graslandflächen entstehen. Auch aus Produktionswäldern kann eine Umwandlung in einen (naturnahen) Wald erfolgen.

Die Auswirkung

Warum funktioniert ein natürlicher Wald so gut?

Ein natürlicher Wald besteht aus verschiedenen Stockwerken (Baumschicht, Strauchschicht, Krautschicht). Dieser Waldtyp ist ein Meister darin, Regenwasser aufzunehmen und seinen Abfluss zu verzögern. Zunächst fangen die verschiedenen Stockwerke des Laubdachs Regentropfen auf (in der Sommersaison). Auch Moose auf Ästen und Stämmen nehmen Regenwasser auf. Wasser, das den Boden erreicht,, wird hier vom Humus aufgenommen und zurückgehalten. Danach sickert das Wasser weiter in den Boden ein. Ein gesunder Waldboden ist bis in große Tiefen porös. Durch den Reichtum an Bodentieren und Pflanzenwurzeln gibt es nämlich viele Hohlräume, Gänge und Spalten, in die das Wasser versickern kann. Dies stellt eine optimale Schwammwirkung dar. So wird außerem ein Wasservorrat für Trockenperioden aufgebaut.

In einer Überschwemmungsfläche oder an einem Hang, an dem Wasser abfließt, sorgen Bäume und Sträucher mit ihren Stämmen und zahlreichen Verzweigungen für Widerstand. Dies verlangsamt das fließende Wasser.

Naturwald versus Produktionswald

In einem Naturwald stehen alle möglichen Baum- und Straucharten kreuz und quer durcheinander: junge und alte Bäume, gerade und krumme, aufrecht stehende, schräg stehende oder liegende sowie lebende, verkümmernde oder tote Exemplare. Es ist ein formen- und artenreiches Ökosystem, in dem Wasser auf vielfältige Weise ober- und unterirdisch aufgefangen und verlangsamt wird.

In einem reinen Produktionswald stehen die Bäume ordentlich in Reihen, in gleichen Abständen zueinander, und sind alle gleich alt. Sträucher und niedrige Äste fehlen oft. Dadurch ist die Möglichkeit, Wasser oberirdisch aufzufangen und zu den Abfluss zu verzögern, geringer.

Ein multifunktionaler Wald ist eine Zwischenform, bei der der Waldbewirtschafter Natürlichkeit und Produktion so gut wie möglich miteinander verbindet.