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Natürliche Graslandschaften entwickeln

Natürliche Graslandschaften entwickeln

Natürliche Wiesen halten Oberflächen- und Grundwasser zurück. Außerdem bieten sie Widerstand gegen fließendes Wasser und verlangsamen dadurch den Abfluss. Sie können auf ehemaligen Ackerflächen oder ehemaligen Produktionswiesen angelegt werden.

Die Auswirkung

Warum funktioniert die natürliche Graslandschaft gut?

Naturwiesen sind rau, arten- und strukturreich. Sie werden nicht mit Kunstdünger oder Gülle gedüngt. Neben Gras und Kräutern wachsen in einer Naturwiese meist auch Sträucher und vereinzelte Bäume. Die abwechslungsreiche Vegetation hält Regenwasser gut zurück, wodurch es tief in den Boden eindringen kann. Sträucher, Bäume und viele Kräuter wurzeln nämlich tiefer als Gras. Zudem ist der Boden reich an Bodenlebewesen und wirkt wie ein Schwamm.

Naturwiesen an Hängen bieten durch ihre Unebenheiten Widerstand gegen abfließendes Regenwasser und verlangsamen so den Abfluss. Auch in Überschwemmungsflächen sorgen Naturwiesen für Widerstand.

Naturwiese versus Produktionswiese

Eine Produktionswiese besteht aus einer oder wenigen Grasarten. Sie wird stark gedüngt (injiziert) und während der Vegetationsperiode etwa monatlich gemäht. Sie ist weniger gut darin, Regenwasser zurückzuhalten und so den Abfluss zu verzögern, da die Vegetation weniger Schichtung aufweist und durch das häufige Mähen kürzer ist als Gras in einer natürlichen Wiese. Unter der Erde ist der Boden weniger porös, da das Wurzelsystem oberflächlicher und das Bodenleben weniger vielfältig ist.

Beweidung versus Mähen

Von Natur aus werden Graslandschaften das ganze Jahr über extensiv von großen und kleinen Weidetieren wie Rehen, Hirschen, Wildschweinen, Hasen, Kaninchen, Gänsen, Wisenten, Urpferden und Urrindern beweidet. Weidetiere ziehen an der Vegetation, wodurch die Pflanzen ein besonders gutes Wurzelsystem entwickeln, um sich fest im Boden zu verankern. Ein gutes Wurzelsystem macht den Boden poröser. Der reine Dung natürlicher Weidetiere sorgt für ein besonders vielfältiges Bodenleben. Außerdem besteht Dung aus totem organischen Material. Dieses Material hat eine wasserabsorbierende Wirkung.

Die Vegetation der auf diese natürliche Weise extensiv beweideter Wiesen ist einen Großteil des Jahres rau und uneben (außer am Ende des Winters). Der Boden ist uneben denn es gibt Erhebungen (z. B. Ameisenhaufen oder Maulwurfshügel) und Vertiefungen (Fußabdrücke). An (steilen) Hängen bremsen diese Unebenheiten und Rauheiten das abfließende Regenwasser. So hat es mehr Zeit, in den Boden einzudringen. Das Ergebnis ist, dass das Wasser weniger schnell in die Flusstäler abfließt.

Längst nicht alle Wiesen in Naturschutzgebieten werden auf natürliche Weise beweidet. Es gibt auch Heuwiesen oder Grasland, das zuerst gemäht und danach beweidet wird. Das Ziel des Mähens ist es, Nährstoffe abzutransportieren, wodurch der Reichtum an Kräutern (Blumen) zunimmt – Kräuter profitieren von nährstoffärmeren Bedingungen. Diese Graslandschaften sind ebener und weniger rau in ihrer Struktur als die extensiv beweideten Graslandschaften. Sie bremsen das abfließende Wasser weniger ab.